Kaum ist der große Graben wieder geschlossen, verdichtet und halbwegs begehbar, geht das Spiel von vorne los. Vom Ende der Straße aus wird erneut Haus für Haus aufgebuddelt.


Nicht etwa, weil etwas schiefgelaufen wäre – nein, diesmal wird zum zuvor eingebrachten Leerrohr gegraben.
Man könnte meinen, es gäbe Pläne, oder Markierungen, oder wenigstens eine Idee.
Stattdessen wirkt es, als würde man sich von Grundstück zu Grundstück vorantasten, in der Hoffnung, auf das Rohr zu stoßen.
Und dann beginnt der nächste Akt:
- Graben ziehen
- Richtung Grundstücksgrenze – oder dorthin, wo man glaubt, dass die Grenze sein könnte
- Abzweigung setzen
- Zuschütten
- Verdichten
- Weiter zum nächsten Haus
Ein monotones Ritual, das sich über die gesamte Straße zieht.
Haus für Haus. Graben für Graben.

Information für Anwohner? Stabil nicht vorhanden.
Egal, von welcher Seite man es betrachtet: Die Informationspolitik bleibt konstant – nämlich nicht existent.
Ob man aus der Einfahrt kommt?
Egal.
Ob das Auto plötzlich eingeschlossen ist?
Egal.
Ob man vielleicht gern gewusst hätte, dass heute wieder gebaggert wird?
Egal.
Ob man am Wochenende wegfahren wollte?
Egal.

Die Baustelle lebt nach dem Motto:
„Wir machen einfach – und die Anwohner werden’s schon irgendwie merken.“
Und wieder dieselbe Frage: Wer koordiniert hier eigentlich was?
Denn eines ist klar:
Wenn eine Straße innerhalb weniger Wochen dreimal an derselben Stelle geöffnet wird,
wenn Leitungen gesucht werden,
wenn Abzweigungen nachträglich gesetzt werden,
wenn Anwohner im Blindflug leben – dann fehlt nicht nur ein Plan.

Dann fehlt jede Form von Koordination. Dabei müsste es sie geben:
- Leitungspläne
- Koordinationsunterlagen
- Abstimmung zwischen Beteiligten
- Bauzeitenplan
- Anliegerinformationen
- Bauüberwachung
Nichts davon ist sichtbar.
Stattdessen entsteht der Eindruck, dass die Straße als Experimentierfeld dient, auf dem jeder nach Belieben graben darf.