Nach all den Wochen des Grabens, Verdichtens, Wiederaufgrabens, Wiederzuschüttens und erneuten Verdichtens herrscht plötzlich:
absolute Ruhe.
Kein Bagger. Kein Bauarbeiter. Keine bunten Striche, die eine neue Überraschung ankündigen.
Nichts.
Man könnte fast meinen, die Baustelle sei eingeschlafen.
Oder erschöpft.
Oder einfach beleidigt.
Doch Anfang Juli taucht dann doch wieder Leben auf:
Die Kanalprüfung steht an.

Ein großes Fahrzeug, Schläuche, Kameratechnik – alles, was man braucht, um zu prüfen, ob der Kanal, der bereits seit Wochen in Betrieb ist, in Ordnung ist.

Nach der Kanalprüfung müsste es – theoretisch, logisch, nach gesundem Menschenverstand – endlich so weit sein, dass das große Versprechen eingelöst wird:
Straße auf – Kanal rein – Straße zu.
Doch was ist seitdem passiert?
- Straße auf, um den Kanal zu legen
- Straße auf, um den Kanal anzuschließen
- Straße auf, um Leerrohre einzubauen
- Straße auf, um bei jedem Haus einen Abzweig zu setzen
- Straße auf, um die Wasserschieber zu erneuern
- Straße auf, um… ja, wofür eigentlich noch?
Und jetzt – nach der Kanalprüfung – steht man da, schaut auf die Straße, die keine mehr ist, und denkt:
Jetzt aber wirklich. Jetzt muss doch endlich der Asphalt kommen.


